| DIE RISORGIVE |
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Im Gegensatz zu den Magredi, wo das Wasser versickert, kommt das Wasser bei den Risorgive, einem besonderen Quelltyp, wieder in den sogenannten "polle" (oder "olle"), d.h. in Quelltöpfen, eine Art Pfützen, ähnlich kleinen Teichen, an die Oberfläche. Dieses Phänomen wird durch die Undurchlässigkeit des tonhaltigen Bodens verursacht, der das Versickern des Wassers bremst, das somit wieder an die Oberfläche gelangt. Aus diesen Quelltöpfen entstehen dann viele Bächlein und kleine Kanäle, die zusammenfließen und den Fluß Noncello bilden, der durch das südliche Gebiet von Cordenons und weiter in jenes von Pordenone fließt, wo er bald in den Fluß Meduna mündet. Das ganze Gebiet stellt einen idealen Lebensraum für verschiedene Pflanzen- und Tierarten dar. Neben den Naturphänomenen und aufgrund dieser gibt es bei den Risorgive von Vinchiaruzzo noch weitere Unterschiede, sowohl in der Flora als auch in der Fauna, zu den Magredi. Der größte Teil des an die Quelltöpfe angrenzenden Gebietes ist von Pappelpflanzungen bedeckt; es gibt jedoch auch Erlen, Akazien und andere Baumarten mittlerer Größe. Jeweils in der Nähe der Quelltöpfe kann man im "Unterholz" verschiedenartige "Kräuter" finden, wie sie für Sumpfgebiete typisch sind, aber je weiter man sich von den Quellen entfernt, geht die Landschaft zunehmend in dem Grasland über und wird somit dem entwickelten Magredo immer ähnlicher, d.h. reich an breiten Wiesen mit Gräsern und Futterpflanzen. Besonders groß ist die Tiervielfalt, vor allem der Vögel. |
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![]() Foto Vaccher |
Charakteristisch für diese Zone ist neben den üblichen Amseln (Turdus merula) und Spatzen (Passer domesticus) die Anwesenheit des Bussards (Buteo buteo) und anderer Sperlingsvögel wie der Nachtigall (Luscinia megarhynchos). Oft kann man in den Pappelhainen auch das charakteristische Klopfen des Spechts hören, insbesondere des Grünspechts (Picus viridis), und nicht selten kann man ihn auch sehen. Beachtlich ist ferner das Vorkommen von Hasen, einigen Füchsen und anderen kleineren Säugetieren. Trotz vieler Unterschiede haben Magredi und Risorgive von Vinchiaruzzo zahlreiche Berührungspunkte. Jene Vögel, die in den Magredi nisten, fliegen wegen der dortigen Trockenheit zum Wassertrinken in die Risorgive, die sie als eine Art Bar betrachten, und von dort wieder in die Magredi zurück. Die seltene Wiesenweihe (Circus pygargus), eine Vogelart, für die der WWF infolge der Bedrohung ihres ursprünglichen Lebensraumes eine Kampagne zum nationalen Schutz startete, ist wegen ihrer gleichzeitigen Anwesenheit in den Magredi und Risorgive zum Symbol der engen Verbindung der beiden Landschaften geworden. Die Wiesenweihe baut ihr Nest in der Grenzzone zwischen den zwei Gebieten und jagt in den Magredi. Heutzutage aber besteht die Gefahr, daß durch Bauvorhaben, insbesondere von Straßen, die Verbindung zwischen diesen zwei Gebieten, die unterschiedlich, doch zugleich voneinander abhängig sind, zerstört wird. |